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Samstag, 15. Oktober 2016

5 Dinge, die mir niemand über alte Hunde gesagt hat

Wenn das kein SEO-wirksamer Titel ist!

Gilt natürlich in erster Linie für Zingara...

Foto von Raphaela Schiller
  • Ihr Magendarmtrakt wird sensibel
Zingara ist schon seit immer ein wandelnder Staubsauger. Aber während sie früher ohne Probleme alles fressen und verdauen konnte, ist es inzwischen so, dass sie sogar wegen eines anderen Hundeleckerchens tagelang Durchfall bekommt.

  • Sie werden "kurlig"
Plötzlich zeigen sie Verhalten, die sie vorher noch nie gemacht haben. Ehrlich!
So hatte Zingara eine Phase, bei der ich morgens um vier das Licht anschalten musste. Kaum war das gemacht, konnte sie sich wieder beruhigen und entspannt weiterschlafen. (Mit einem Geriatrikum konnten wir dieses "Problem" übrigens beheben.)
Eine Zeit lang wechselte sie neue "Fehlverhalten" im Wochentakt: Erst bellte sie Kinder an, dann jagte sie Katzen und schliesslich weigerte sie sich standhaft den Hundesportplatz zu betreten. Kaum wollte ich mit dem Training beginnen, war wieder alles in Ordnung...
Zu einem grossen Teil liegt es sicher daran, dass sowohl die Hör- als auch die Sehleistung abnehmen und alte Hunde deshalb grosse Mühe haben, etwas in ihrer Welt einzuordnen.

  • Man lernt Geduld. 
Ich bin definitiv nicht die geduldigste Person. Aber mit Zingara bleibt mir keine andere Wahl. Inzwischen sind wir soooo langsam unterwegs.  Und wenn Zingara dann noch minutenlang an einem Grasbüschel, weil sie sich in ihrer eigenen Welt verliert...


  • Es ist unglaublich schön.
Manchmal habe ich das Gefühl, wir zwei sind wir ein altes Ehepaar. Nach so vielen gemeinsamen Jahren kennen wir uns in- und auswendig. So viel haben wir zusammen erlebt!
Und ein gewissen Stolz schwang auch immer mit, wenn ich sagen konnte, sie sei fünfzehn Jahre alt. Wie wenn ich dafür verantwortlich wäre...


  • Es tut unglaublich weh. 
Die Postidee schwirrt schon lange in meinem Kopf herum. Bis vor drei Wochen hätte ich bei diesem Punkt geschrieben, dass es weh tut, dass wir nicht mehr so aktiv unterwegs sein können. Dass eben nicht mehr alle Wanderrouten drinliegen, weil es für Zingara körplich eben doch zu viel wäre.
Ich hätte geschrieben, dass es weh tut, dass wir nicht mehr trainieren und clickern können (auch wenn es für einige vielleicht doof tönt). Ich habe es geliebt, mit Zingara auf dem Hundesportplatz zu stehen oder ihr etwas neues beizubringen beziehungsweise gemeinsam etwas zu lernen. Dieses Leuchten in ihren Augen!
Ich hätte geschrieben, dass es weh tut, zu sehen, wie Zingara immer mehr körperlich abnimmt. Zu sehen, dass dieser einstmals so aktiver Hund, nach einer zweistündigen Wanderung müde ist. Zu merken, dass die ehemals so gut bemuskelten Oberschenkel nur noch dünne Beinchen sind.
Und klar war schon seit Jahren dieser Gedanke im Hinterkopf, dass Zingara alt ist und unsere gemeinsame Zeit nicht mehr endlich ist. Aber dann tatsächlich zu wissen, dass es wohl nur noch eine Frage von Wochen oder Tagen ist, macht die Sache noch einmal ein Stück schlimmer. Gerade, wenn man beschlossen hat, dass "es morgen so weit ist", rappelt sich Zingara wieder auf. Das Auf und Ab zwischen einigermassen guten und sehr schlechten Tagen ist unglaublich zermürbend. Gegen diese Zeit sind die ursprünglichen Probleme Peanuts. Das gehört aber eben auch dazu. 

Samstag, 20. August 2016

Unterwegs mit dem Zingimobil - ein Erfahrungsbericht

Mit einem tauben und ziemlich blinden Hundesenior sind viele Sachen nicht mehr möglich. Etwas, das ich unglaublich vermisste, war das "Unterwegs sein". Ich vermisste es, etwas längere Wanderungen zu machen. Und wenn ich mit Hundefreunden unterwegs war, hatte ich entweder ihnen gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil ich sie erstens ständig bremsen musste und zweitens wir sowieso nur kurze Runden machen konnte. Oder ich merkte ganz genau, dass es für Zingara wohl doch etwas zu viel geworden war... -.-

Deshalb war ich schon länger auf der Suche, nach einem geeigneten Transportmittel. Aber irgendwie fand ich im Internet kaum Informationen dazu. Ein Wagen, der aussieht wie ein Kinderwagen, wollte ich vermeiden, weil es so doof aussieht. Ein Bollerwagen zum Ziehen fand ich für längere Distanzen nicht ideal. Und fast tausend Franken dafür ausgeben, fand ich auch etwas übertrieben. 


Eines Tages traf ich auf dem Spaziergang eine Frau an, die für ihren 16jährigen Hund einen solchen Wagen hatte. Das war dann der Auslöser, dass es schlussendlich doch einen Kinderwagen-ähnlichen Wagen wurde. Bestellt wurde der grösste, den ich finden konnte. 

Eigentlich wollte ich, wie beim Veloanhänger, Zingara langsam daran gewöhnen. Zeitlich kam aber ich nicht dazu und so kam sein erster Einsatz gleich beim Spaziergang mit einer Freundin. Und was soll ich sagen? Zingara hüpfte rein und wollte gar nicht mehr raus.  Und so doof kam ich mir gar nicht mehr vor. ;-) Es hat sicher auch geholfen, dass beim ersten Spaziergang ein kleiner Hund dabei war, der laufen musste. So sahen die anderen Fussgänger, dass es wohl einen Grund haben musste, wieso der grosse Hund fahren durfte. Aber eigentlich mache ich für Zingara ja sowieso alles... ;-)


Seitdem haben wir den Wagen sehr häufig dabei. Zingaras 24kg lassen sich relativ leicht schieben. Das Zingimobil ist auch ziemlich schnell auf- und abgebaut, nimmt aber natürlich auch zusammengelegt ziemlich viel Platz weg. Dafür hat Zingara darin mehr als genug Platz. Er ist auch erstaunlich geländegängig; selbst Wurzelpfade sind möglich, so lange Zingara diesen Wegabschnitt mitläuft. 
Die Nachteile sind, dass das vordere Rad nicht beweglich ist, und auch eine Bremse fehlt. Das würde den Wagen aber natürlich noch schwerer machen. 


Der grösste Nachteil ist aber wohl, dass Zingara eigentlich gar nicht mehr laufen möchte, wenn wir den Wagen dabei haben. Für den Muskelerhalt ist das nicht gerade förderlich... So wird sie eben gezwungen, hin und wieder ein paar Schritte zu machen. ;-)

Jetzt müssen wir eben etwas auf die Wegführung achten. Aber mit dem Zingimobil können wir eindeutig wieder grössere Touren machen, ohne dass ich befürchten muss, Zingara zu überfordern. 

Sonntag, 26. Juni 2016

R.I.P. Zoran

Gestern Abend ist Zingaras Bruder Zoran über die Regenbrücke gegangen. :'-( Er ist der einzige der Z-Geschwister, den ich kennenlernte durfte. Deshalb tut es ganz besonders weh. Und doch bin ich froh, dass er jetzt keine Schmerzen mehr haben muss.
 
Mach's gut da oben, Zoran!
 
Was Zoran in seinen ersten Lebensjahren erlebt hat, kann man übrigens in seiner Biografie nachlesen.

Samstag, 3. Oktober 2015

Altersturnen

Für mich gehört Gesundheit (sowohl körperliche als auch geistige!) zum Wichtigsten im Leben. In der Hoffnung, das Altern etwas herauszögern zu können, kommt Zingara in den Genuss eines ausgeklügelten Seniorenprogramms. Unsere gängigsten Übungen aus dem Bereich der Körperarbeit zeige ich heute hier. Sehr viele Übungen haben ich aus unseren Sporthundezeiten übernommen; nur trainieren wir sehr viel weniger intensiv.
 
In diesem Beitrag fokussiere ich auf die körperliche Arbeit, aber selbstverständlich sind viele Übungen (je nach Ausführung) gleichzeitig auch Kopfarbeit.  
 
Achtung! Bei einseitigem Training (sowohl Übungen wie auch Körperseiten) können neue gesundheitliche Probleme entstehen oder bereits vorhandene Baustellen verschlimmert werden!
 

Dehnungsübungen und Bewegungstraining

Hierunter verstehe ich sämtliche Übungen, die die (Gelenk-)beweglichkeit verbessern und Muskelpartien dehnen. Das sind vor allem Übungen, die mit einem Wechsel der Körperhaltung einhergehen, wie Sitz-Platz-Steh-Sitz, Hochstehen, Verbeugen, Pirouetten, Slalom, Nackendehnungen,...


 
Nackendehnung nach oben

Nackendehnung zur Seite
 
Slalom durch die Beine
 
Das Gute ist: es braucht oft nur eine kleine Änderung der Übung und schon werden (andere) Muskelgruppen vermehrt beansprucht.
Steht der Hund während den Nackendehnungen zum Beispiel mit den Vorderpfoten auf einem Podest, werden zusätzlich die Hinterbein-, Lenden- und Bauchmuskulatur gedehnt.
 
 


Krafttraining

Das Krafttraining hat bei uns zum Ziel, dass Zingara zumindest nicht noch mehr Muskeln abbaut.
 
Ganz banal: Ich wähle wenn immer möglich unsere Spazierwege so, dass wir mehr aufwärts als abwärts laufen.  Beim kontrollierten Bergaufgehen wird die Hinterbeinmuskulatur gestärkt. Steile Abhänge werden wegen Zingaras Schultergelenkarthrose vermieden.
 
Ebenfalls gut dafür geeignet, ist das Cavaletti-Training, bei dem Zingara über mehrere Runden hinweg bewusst ihre Beine höher heben muss als normal.
 
 
Hin und wieder gibt es kleine Longier- oder Hoopers Agility-Einheiten. Gerade beim Longieren kann man ja sehr viele Übungen und Tricks einbauen. Gerade hier soll darauf geachtet werden, dass links und rechts gleich häufig trainiert werden.
 
 

Koordinationsschulung

Bei der Koordinationsschulung geht es mir darum, dass Zingara ihr Körpergefühl und die Feinmotorik beibehält. Deshalb achte ich darauf, dass wir auf den Spaziergängen auf möglichst vielen unterschiedlichen Untergründen laufen: Waldboden, Wiese, Rindenmulch, Sand,... Gerade auf weichem oder unebenen Boden ist es für einen alten Hund sehr viel schwieriger sein Körpergleichgewicht zu finden, als wenn er über Beton läuft.

Intensiver wird das Training, wenn ich Zingara über Baumstämme balancieren lassen oder wenn sie ihr Gleichgewicht auf dem Schaukelbrett oder der Erdnussrolle (eine Art Physioball) finden muss. 

 

Ebenfalls sehr anspruchsvoll ist Cavaletti-Training. Hier muss Zingara alle vier Pfoten koordinieren, um nicht gegen die Stangen zu schlagen. Gerade wenn das "Trainingsziel" die Koordinationsschulung ist (und nicht Krafttraining), streue ich ihr Futter zwischen den Hindernissen, so dass sie sich in ihrem Tempo ihren Weg suchen kann.
 
Cavaletti-Training mit gleichzeitiger Nackendehnung ;-)

 
Beim Zickzack-Laufen am Hang sind die Beine immer auf unterschiedlicher Höhe. Entweder führe ich Zingara in Bögen eine Steigung hinauf oder ich lasse sie ihr Futter zusammensuchen. 
 
 
Und zum Abschluss noch eine unserer Lieblingsübungen: das Rückwärtslaufen! Einerseits wird Zingara daran erinnert, dass sie auch noch Hinterbeine hat, andererseits muss sie vermehrt Last hinten aufnehmen, was wiederum die Muskulatur stärkt.
 
Rückwärts auf ein Podest steigen
 
Mir ist bewusst, dass es noch viele andere Übungen gibt. Vielleicht trägt es trotzdem dazu bei, dass Zingara noch möglichst lange fit bleibt.
 

Literatur

Samstag, 19. September 2015

Dog Years

Die amerikanische Tierfotografin Amanda Jones hat ein wunderbares Fotoprojekt abgeschlossen: Sie hat dreissig Hunde sowohl als Welpe als auch als Oldie porträtiert. Das dazugehörige Buch ist sogleich auf meine Wunschliste gewandert. Ich liebe ja die Aura von alten Hunden. 

Zingara - 5 Monate und 14 Jahre
Hach, wie die Zeit vergeht!

Sonntag, 25. Mai 2014

7 Sachen

Wir haben ein intensives Wochenende hinter uns! Hier kommen 7 Sachen, die wir gemacht haben:

1. Ganz besonderen Wanderwegweisern gefolgt. Mehr Infos dazu gibt es unter Lecky-Trail.ch.

2. An einem idyllischen See gepicknickt.

3. Nach sechshundert Höhenmetern das Gipfelkreuz auf der Marbachegg erreicht!

4. Mit der Gondelbahn hinunter ins Tal gefahren.

5. Beim 25. Altersfrischewettbewerb ganz viele (ältere) Hunde angetroffen.

6. Zwei kleine Parcours absolviert.

7.  Das Spätzli hat mich wahnsinnig stolz gemacht! 

Dienstag, 10. September 2013

{Graue Schnauze} Spaziergänge

Wie gern hätte ich geschrieben, dass wir noch immer drei Stunden pro Tag unterwegs sind (vielleicht etwas langsamer als früher, aber doch drei Stunden). Leider machte uns Zingaras Gesundheit einen Strich durch die Rechnung. Ich habe unsere Spaziergänge stark gekürzt (bzw. haben wir heute für Runden, für die wir früher fünfzehn Minuten gebraucht hatten, locker die dreifache Zeit mit Schnüffelspielen).

 
Während Zingara früher noch Zusatzrunden verlangt hat (bei den Abzweigungen blieb sie jeweils demonstrativ stehen, wenn ich auf direktem Weg nach Hause wollte) und kaum Schwächen gezeigt hat, zeigt sie heute sehr deutlich, wenn sie nicht mag. Und wenn wir eben einen schlechten Tag haben, gehen wir eben nur zehn Minuten spazieren.
 
Und ja, es fehlt mir - aber Hauptsache Zingara geht es gut.

Samstag, 10. August 2013

{Graue Schnauze} Gesundheit

In den letzten Wochen wurde mir wieder einmal bewusst, wie fragil Gesundheit ist. Praktisch von einem Tag auf den anderen wirkt der aktive Hund tatsächlich alt. Mir ist durchaus bewusst, dass wir grosses Glück hatten, dass Zingara so lange so fit war. In Menschenjahre umgerechnet ist sie über 85 Jahre alt und in diesem Alter haben doch die meisten das eine oder andere Gebrechen.

Wir haben gute Tage und wir haben schlechte Tage. Wir nehmen, was uns geschenkt wird und versuchen das beste aus dem Tag zu machen. 
In den letzten Wochen haben wir beide gelernt, einen Gang zurück zu schalten. Ich habe tatsächlich kein schlechtes Gewissen mehr, wenn wir keine drei Stunden unterwegs sind (im Gegenteil: inzwischen habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn unser Spaziergang doch etwas länger dauert als beabsichtigt). Und Zingara zeigt zum ersten Mal, wann sie zurück will, anstatt noch eine Zusatzschlaufe zu verlangen.

Wir stehen das gemeinsam durch. 

Montag, 10. Juni 2013

{Graue Schnauze} Graue Schnauze

Manchmal finde ich es unglaublich, dass Zingara schon zwölf Jahre alt ist. Klar - sie hört und sieht nicht mehr so gut und wir sind langsamer unterwegs als früher (nichtsdestotrotz machen wir immer noch unsere drei Stunden am Tag!). Aber sonst ist sie für ihr Alter noch sehr fit. Veränderungen gibt es trotzdem. Deshalb folgen hier - immer am Zehnten des Monats - Graue-Schnauzen-Geschichten. Wir beginnen mit dem Offensichtlichen... ;-)

Die ersten weissen Haare kamen vor etwa sieben Jahre. Sie wuchsen nur vereinzelt und man musste genau hinsehen, um sie zu entdecken.

Oktober 2007

Als Zingara neun Jahre alt war, wurde ich zum ersten Mal gefragt, ob es schon ein älterer Hund sei. Ich war etwas geschockt, das lag aber vor allem daran, dass es keine Zwischenstufe zwischen "Ist es noch ein junger?" ("Öhm, nein, sie ist acht-jährig") und eben "Er ist auch schon älter, oder?" gab. Übrigens sind inzwischen die Leute wieder sehr erstaunt, wenn sie hören, wie alt Zingara tatsächlich ist (Vor zwei Wochen: Ich studiere die Wanderwegweiser und die Wanderkarte. Typ: "Ihr Hund ist auch nicht mehr der jüngste?!" - "Nein." Ich studiere weiter die Wanderkarte. - "Sechs Jahre alt?" - "Sie ist zwölf." - "Oh!" :-)).

Dezember 2012

Vor gut zwei Jahren wurde Zingara dann so richtig grau (auch wenn es durchaus noch Steigerungspotential hat ^^): Die Schnauze ist nun übersehbar grau und auch um die Augen wachsen nun einige helle Haare. Und da ich inzwischen die vielen weissen Haare nicht mehr mit Mascara färben könnte ;-), liebe ich ihre graue Schnauze.