Normandie

Endlich konnte ich Zingara das Meer zeigen. Gerade in den ersten Tagen hatten wir tolles Strandwetter. Niemand hielt sich am offiziellen Hundeverbot. 

 

Auch dieses Jahr wieder bekamen wir tierischen Besuch. Bereits am zweiten Tag spazierte ein wunderschöner Kater einfach in unser Haus. Zingara war zum Glück zu sehr damit beschäftigt, faul in der Sonne zu liegen, so dass sie ihn nicht bemerkt hatte.  Der Kater wurde wieder nach draussen getragen, wo er uns die nächste halbe Stunde beobachtete. Per Zufall entdeckte ihn Zingara, als sie sich gerade auf die andere Seite drehen wollte...

Am gleichen Tag marschierte Yorkshire Terrier Fanny zu uns in den Garten. Sie verschwand dann aber freiwillig wieder.

Und unsere Nachbarn, die jungen Vaches normandes waren sowieso total von Zingara fasziniert. Mit unseren abendlichen Trainings boten wir ihnen ein Unterhaltungsprogramm.

Da wir ganz in der Nähe des Mont St Michel waren, beschlossen wir, die berühmte Bucht zu Fuss zu durchqueren. Kurzerhand meldeten wir uns bei einem Guide an. Fünf bis Sechs Stunden brauche man für ca. fünfzehn Kilometer; wahrscheinlich weil das Laufen im feuchten Sand relativ anstrengend ist, dachte ich. Die Wanderung war aber noch viel beschwerlicher als angenommen. Wir haben natürlich ausgerechnet einen Führer ausgesucht, der die Tour startete, als das Wasser noch am zurückweichen war. In der Folge mussten wir drei "Flüsse" mit starker Strömung durchqueren. Das Wasser reichte mir immerhin bis zur Hüfte. Ich hatte selber schon Mühe vorwärtszukommen, versuchte aber zusätzlich noch, Zingara zu helfen, die gnadenlos abgetrieben wurde. 

 
Nach mehreren unfreiwilligen Tauchgängen, musste sich Zingara
 
unbedingt im nassen Sand "trocknen"

Doch schliesslich erreichten wir den Mont St Michel.    

Da es merklich abgekühlt hatte und es auch noch etwas geregnet hatte (von den Flussdurchquerungen waren wir ja sowieso schon nass), machten wir nur eine kurze Pause (ohne die Insel zu erkunden...), bevor es wieder zurückging. Der Rückweg war dann zum Glück um einiges einfacher, da jetzt endgültig Ebbe herrschte und die Flüsse zu seichten Seen zusammengeschrumpft waren. Von Zingara hörte man an diesem Abend nichts mehr...

Der D-Day ist in der Normandie allgegenwärtig. An vielen Küstenabschnitten wehen noch immer die Fahnen der Alliierten. Zudem gibt es zahlreiche Museen und Monumente, neben Bunkeranlagen und Bombenkrater. Das schöne Wetter stand im krassen Gegensatz zur grauenvollen Geschichte. Es war aber auch so schon beklemmend genug. Ironischerweise ist die Omaha Beach ein wunderschöner Sandstrand...

 

Neben den grösseren Touren entdeckten wir auch unsere unmittelbare Umgebung und spielten wieder einmal "Wo ist das Wanderzeichen?" So oft, wie hier, habe ich mich noch selten verlaufen. Im Ausschildern von Wanderwegen sind die Normannen nämlich nicht allzu begabt. Nichtsdestotrotz war es eine eindrucksvolle und spannende Woche mit Zingara.

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