Hüftgelenksdysplasie HD

Gerade beim Labrador wird immer wieder von Hüft(gelenks)dysplasie gesprochen. Doch was ist damit überhaupt gemeint?

Aus dem lateinischen übersetzt, bedeutet Dysplasie Miss-/Fehlbildung. Bei der HD ist also das Hüftgelenk fehlgebildet. In diesem Fall heisst das, dass die Hüftgelenkspfanne und der Kopf des Oberschenkelknochens nicht aufeinander abgestimmt sind. Die Hunde kommen mit normalen Hüften auf die Welt. Schnell beginnt dann die Verschlechterung: durch übermässige Krafteinwirkung und abnormalem Wachstum, kommt es zur erhöhten Lockerheit des Hüftgelenks. Sowohl Hüftgelenkspfanne als auch der Oberschenkelknochenkopf werden deformiert, was dann auch Auswirkungen auf andere Knochen und Gelenke der Hinterbeine hat. Durch die abnormale Krafteinwirkungen kommt es zur Arthrose im Hüftgelenk.

Zu einem kleinen Prozentsatz wird HD vererbt. Mit Zuchteinschränkungen kann das Risiko also nur teilweise verringert werden. So kann es eben gut sein, dass - obwohl die Eltern gesunde Hüften haben - ein Welpe HD entwickelt. Denn es spielen noch weitere Faktoren eine Rolle. Zu schnelles Wachstum (grosse Rassen, zu viele Kalorien im Futter) wie auch das Temperament (Bewegungsfreude führt zu vermehrter Belastung) begünstigen die HD-Entwicklung.

Eine HD verursacht in erster Linie Schmerzen und Lahmheit. Der Hund möchte sich nicht bewegen und hat Aufstehschwierigkeiten. 

Spezielle Röntgenaufnahmen bestätigen die Diagnose. Nach diesen wird auch die Gradeinteilung vorgenommen. Grad A bedeutet, dass keine Hinweise für eine HD vorhanden sind, Grad E bedeutet, dass der Hund hochgradige Veränderungen hat. Mit Grad C- bis E- Hunden sollte nicht mehr gezüchtet werden! 

Als Therapie kann man es zuerst einmal mit Gewichtsreduktion, Bewegungseinschränkung, Schmerzmittel und Physiotherapie versuchen.
Falls das keine Besserung bringt oder der Hund eine hochgradige HD hat, ist ein chirurgischer Eingriff angezeigt.

Nach oben